Formaldehydabbau

Formaldehyd (HCHO) ist einer der meistgenutzten Industriechemikalien weltweit – und gleichzeitig als krebserzeugend (Kategorie 1B, GHS) eingestuft. Es entsteht als Prozessemission in zahlreichen Produktionsbereichen und als Nebenprodukt thermischer Zersetzungsprozesse. Die MAK-Werte wurden in den letzten Jahren wiederholt abgesenkt (aktuell 0,37 mg/m³ = 0,3 ppm in Deutschland); die EU-Kanzerogenrichtlinie (2017/2398/EU) schreibt einen Grenzwert von 0,37 mg/m³ für Arbeitsplatzemissionen vor, der ab 2024 für alle Branchen gilt. Für Abluftströme mit direkter Umwelteinleitung gelten branchenspezifische Grenzwerte nach TA-Luft (Klasse II: < 1 mg/m³). Konventionelle Verfahren wie Wäscher (wasserbasiert, saure/alkalische Absorption) sind für Formaldehyd nur bedingt wirksam und erzeugen kontaminiertes Waschwasser; thermische Verbrennung ist für niedrige Konzentrationen energetisch unverhältnismäßig.

Industrien

  • Holzwerkstoffindustrie (MDF, Spanplatten - Harnstoff-Formaldehyd-Harze)
  • Textilindustrie (Ausrüstungschemikalien, Knitterfestausrüstung)
  • Kunststoffverarbeitung (Phenolharze, Melaminharz-Produktion)
  • Lackier- und Beschichtungsanlagen (lösungsmittelbasierte Systeme mit Formaldehyd als Nebenprodukt)
  • Gießereien (Formsandabbinder)
  • Labore und Krankenhäuser (Sterilisation, Gewebekonservierung)
  • Krematorien (Aufbahrungsräume).

Einsatzbereich

Abluftströme mit Formaldehydkonzentrationen von 0,1–500 mg/m³, Volumenströme 500–20.000 m³/h. Besonders geeignet für niedrige bis mittlere Konzentrationen (< 100 mg/m³), bei denen thermische Verbrennung unwirtschaftlich ist. Auch als Polishingstufe nach Wäschern oder Kondensatoren einsetzbar, um Restkonzentrationen unter behördliche Grenzwerte zu senken.

Verfahren mit oxylight®PRO

Formaldehyd absorbiert UV-Licht im Bereich 270–360 nm und unterliegt direkt der Photolyse: HCHO + hν → H· + CHO· → CO + H₂. Die entstehenden Radikale reagieren im Abluftstrom mit Sauerstoff weiter zu CO₂ und H₂O. Gleichzeitig greifen die durch VUV-Strahlung erzeugten Hydroxylradikale Formaldehyd oxidativ an – die Kombination beider Mechanismen (direkte Photolyse + ·OH-Oxidation) ergibt eine besonders hohe Abbaueffizienz. Typische Reduktionsraten mit oxylight®PRO: 80–95 % bei Konzentrationen bis 50 mg/m³ und Verweilzeiten von 1–2 Sekunden. Für höhere Ausgangskonzentrationen oder geforderte Restkonzentrationen < 0,1 mg/m³ empfiehlt Peschl Environment eine zweistufige Konfiguration oder die Kombination mit einem nachgeschalteten TiO₂-Photokatalysatormodul (oxylight®PRO 1515 mit Filterrack).

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