API Photolysieren
Probleme bei API-Photolyse
Active Pharmaceutical Ingredients (APIs) – Wirkstoffe, Intermediate und Synthesenebenprodukte – gelangen über Produktionsabwässer in die aquatische Umwelt und sind in konventionellen Kläranlagen nicht eliminierbar. Bereits im ng/l-Bereich entfalten viele APIs endokrine, ökotoxikologische oder antimikrobielle Wirkungen. Regulatorisch steigen die Anforderungen: Die EU-Industrieemissionsrichtlinie (IED) und branchenspezifische Einleiterverordnungen (z. B. AbwV Anhang 22 Chemische Industrie) sehen für ausgewählte APIs Grenzwerte vor, die mit biologischen Verfahren nicht erreichbar sind.
Industrien
- Pharmazeutische Produktion (APIs, Zwischenprodukte, Formulierungsabwässer)
- Wirkstoffsynthese (Feinchemie, CDMO)
- biotechnologische Fertigung
- Forschungs- und Entwicklungslabore
Einsatzbereiche
- Hochkonzentrierte Produktionsabwässer (µg/l bis mg/l API-Konzentration)
- Mutterlaugen aus Kristallisationsprozessen
- Waschabwässer aus Reaktoren
- Ablaufströme aus Biosyntheseprozessen
- Geeignet als alleinige Stufe oder in Kombination mit biologischer Behandlung (AOP als Vorbehandlung zur Toxizitätselimination oder als Nachbehandlung für refraktäre Restfrachten)
Verfahren mit AOP
Viele APIs absorbieren UV-Licht direkt im Bereich 200–280 nm und werden durch direkte Photolyse (254 nm) fragmentiert - ohne Zusatz von Chemikalien. Für schwer photolysierbare Verbindungen oder höhere Abbaugrade wird UV/H₂O₂-AOP eingesetzt: Hydroxylradikale greifen die aromatischen Ringsysteme, Amidbindungen und Heterozyklen typischer API-Strukturen an und mineralisieren sie vollständig. Photo-Fenton (UV/Fe²⁺/H₂O₂) bietet für bestimmte Substanzklassen eine weitere Steigerung der Abbauleistung. Die oxylight®AOP-Plattform erlaubt die gezielte Auswahl und Kombination der Verfahren auf Basis substanzspezifischer Abbaukinetiken.
