Cyanidabbau

Problemstellung

Cyanide (CN⁻) und Cyanidkomplexe zählen zu den akut toxischsten anorganischen Schadstoffen in industriellen Abwässern. Bereits Konzentrationen im µg/l-Bereich sind für aquatische Organismen letal. Die direkte Einleitung in Gewässer oder die Kommunalkanalisation ist streng reguliert; Grenzwerte liegen je nach Rechtslage bei 0,1–0,5 mg/l (freie Cyanide). Konventionelle Behandlungsverfahren wie alkalische Chlorierung erzeugen chlorierte Nebenprodukte und erfordern einen aufwendigen Nachbehandlungsschritt.

Welche Industrien sind davon betroffen:

  • Galvanik und Oberflächentechnik (Cyanidelektrolyte für Kupfer, Silber, Gold, Zink)
  • Erzaufbereitung und Bergbau (Goldlaugerei)
  • Metallhärtung (Härtesalzbäder)
  • Chemische Industrie

Einsatzbereich:

  • Abwässer mit freien Cyaniden (HCN, CN⁻)
  • Cyanatkomplexen und Metallcyanidkomplexen (z. B. Ferro-/Ferricyanid) im Konzentrationsbereich von 0,1–500 mg/l
  • Geeignet als alleinige Behandlungsstufe oder als Polishingstufe nach Fällungsverfahren

Verfahren mit AOP:

UV-Licht bei 254 nm initiiert die direkte Photolyse von HCN und Cyanidkomplexen. In Kombination mit H₂O₂ (UV/H₂O₂-AOP) werden Hydroxylradikale erzeugt, die Cyanide oxidativ über Cyanat (OCN⁻) zu CO₂ und N₂ mineralisieren.
Der Prozess erzeugt keine chlorierten Nebenprodukte, ist pH-unabhängig im neutralen bis schwach alkalischen Bereich und lässt sich vollständig in den oxylight®AOP-Skid integrieren.

CN⁻ + ·OH → OCN⁻ → CO₂ + N₂